Open Innovation Toolbox

Crowdsourcing - Durch Zusammenarbeit Vieler zu neuen Ideen

Methode in Kürze

Crowdsourcing ist eine interaktive, community-basierte Innovationsstrategie, welche die kollektive Intelligenz der Menschen über meist webbasierte Plattformen nutzt. Über die Dauer von ca. 3 Monaten werden Interessierte via einer Online -Ideenplattform eingeladen, ihre Ideen zur Lösung eines klar und einfach formulierten Problems einzubringen.

Einsatz und Nutzen

Grafik Crowdsourcingkonzepte
Diverse Crowdsourcing-Konzepte nach Gassmann (2013, S. 6), angepasst

Crowdsourcing-Dienstleistungen (Engl. crowd = Menge/Masse und sourcing = Beschaffung) schaffen die Grundlage für neue Wege des Austauschs, der Zusammenarbeit, der Wissensgenerierung und Problemlösung sowie der Wertschöpfung und der Verteilung von Aufgaben zwischen unterschiedlichen Handelnden. Die Crowd trägt dabei zu einem Konzept, Projekt oder einer Sache mit Ideen, Zeit, Fachwissen oder Mitteln bei. Erfolgreiche Crowdsourcing-Systeme sind abhängig von der kontinuierlichen Beteiligung der Nutzer und Nutzerinnen und existieren in unterschiedlichen Formen und für verschiedene Einsatzgebiete, wobei die jeweiligen Vergütungen und Konditionen dabei auch unterschiedlich sind.

Für Unternehmen kann Crowdsourcing beispielsweise in der Ideen- und Konzeptphase schneller, effektiver und kostengünstiger Probleme lösen oder zur Optimierung eines neuen Produkts beitragen. Der Zugang zu neuen Ideen und Lösungen, die Möglichkeit der Co-Creation und die Vergrößerung des eigenen Innovationspotenzials stellen weitere Mehrwerte für Unternehmen dar. Gassmann (2013, S. 6) teilt die zahlreichen Crowdsourcing-Initiativen in fünf unterschiedliche Kategorien ein, wobei im Folgenden näher auf online-basierte Wettbewerbe auf Ideenplattformen als Methode eingegangen wird.

Ein Regelwerk für ein faires Miteinander zwischen Betreibern einer Plattform und der Crowd soll die vertrauensvolle Zusammenarbeit fördern. Grundsätze, die dabei beachtet werden sollten, sind beispielsweise:

  • Klare Ziele unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen festlegen
  • Seriosität des Crowdsourcing Angebots sicherstellen
  • Transparenz, um notwendiges Vertrauen zu schaffen
  • Attraktive, motivierende und intuitiv nutzbare Plattform
  • Barrieren zur Teilnahme sowie technische Hürden abbauen
  • Vertrauensbildende, transparente und verständliche Teilnahmebedingungen bieten
  • Ehrlicher, offener, respektvoller und aufrichtiger Umgang (Verhaltenskodex)
  • Community managen, umsorgen und wahrnehmen (aktiver Dialog, Weiterentwicklungen von Ideen)
  • Nutzung verschiedener Kanäle, um qualifizierte Teilnehmende zu gewinnen
  • Teilnehmer und Teilnehmerinnen motivieren, Anreize schaffen und fair belohnen
  • Zeitrahmen der Kampagne festlegen
  • Zielerreichung überprüfen
  • Unvoreingenommener, transparenter und regelkonformer Jury-Prozess
  • Datenschutz und Privatsphäre beachten
  • Geregelte Abwicklung, Übergabe und Nacharbeit sicherstellen
  • Crowdsourcing Verband e.V. (2017): Grundsätze für bezahltes Crowdsourcing / Crowdworking. Leitfaden für eine gewinnbringende und faire Zusammenarbeit zwischen Crowdsourcing-Unternehmen und Crowdworkern. Online unter: http://www.crowdsourcing-code.de/ (Dezember 2018).
  • Gassmann, Oliver (2013): Crowdsourcing - Innovationsmanagement mit Schwarmintelligenz. Interaktiv Ideen finden, kollektives Wissen effektiv nutzen. Mit Fallbeispielen und Checklisten. 2. Auflage, Carl Hanser Verlag München.
  • Nielsen Jakob (2006): Jakob Nielsen: Participation Inequality: Encouraging More Users to Contribute. In: Nielsen Norman Group. 9. Oktober 2006.Online zitiert unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Ein-Prozent-Regel_(Internet)#cite_note-nielsen2006-5
  • Sandra Schaffert und Diana Wieden-Bischof (2009): Erfolgreicher Aufbau von Communitys. Konzepte, Szenarien und Handlungsempfehlungen. Band 1 der Reihe „Social Media“, herausgegeben von Georg Güntner und Sebastian Schaffert. Online unter: https://www.salzburgresearch.at/2009/studie-erfolgreicher-aufbau-von-online-communitys/

Erfahrungsbericht

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Die Beck KG wurde 1904 in Mauerkirchen (OÖ) gegründet und beschäftigt weltweit 500 Mitarbeiter/innen. Das Unternehmen ist spezialisiert auf die Produktion von magazinierten Nägel, SCRAIL® Nagelschrauben, Klammern, Stifte & pneumatische Nagelgeräte sowie Spezial-Befestigungssysteme vorwiegend für die Industrie und Hausbau hergestellt.

Im Interview berichtet Herr Dipl.-Ing. (FH) Stefan Siemers, Forschungs- und Entwicklungsleiter, über seine Erfahrungen mit der erstmaligen Durchführung eines unternehmensexternen Ideenwettbewerbs zum Thema: “Verbindungstechnik der Zukunft”.

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