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NCP-IP World IP Day 2022: Rund 150 Personen nahmen am größten österreichischen Netzwerk-Event zum Thema Innovationsschutz teil

Der diesjährige World IP Day Event organisiert vom NCP-IP holte Frauen im Bereich des Innovationsschutzes vor den Vorhang und zeigt damit die enorme Bedeutung von geistigem Eigentum.

Frauen patentieren aktuell weniger, es gibt weniger Patentanwältinnen als Anwälte und weniger Patentingenieurinnen. Dabei ist der richtige Schutz und die strategische Verwertung von geistigem Eigentum nicht nur die Basis für erfolgreiche Unternehmen, sondern ist ein wichtiger Garant für einen nachhaltig wettbewerbsfähigen Innovations- und Wirtschaftsstandorts. Funktionierende Intellectual Property (IP)-Strategien tragen entscheidend zu einer funktionierenden Wissens- und Technologiezirkulation zwischen Hochschulen, öffentlichen Forschungseinrichtungen und Unternehmen und somit zur rascheren Übersetzung von Forschungsergebnissen in die Wirtschaft bei.

Unter diesen Voraussetzungen ist es für den Innovationsstandort entscheidend, das gesamte Potenzial zu nutzen. Der diesjährige NCP-IP World IP Day hat daher Frauen in diesem Berufsfeld vor den Vorhang geholt. In spannenden Keynotes und Diskussionen wurden die Erfolgsrezepte beim Innovationsschutz genauso wie mögliche Hürden intensiv besprochen. Damit wurde nicht nur die Wichtigkeit des Schutzes ihrer Ideen aufgezeigt, sondern auch mögliche Berufsbilder in diesem Umfeld insbesondere für Frauen umfassend präsentiert.

Die Veranstaltung zum World IP Day wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF), des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) und des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Technologie und Innovation (BMK) vom NCP-IP, der nationalen Kontaktstelle für geistiges Eigentum im offenen Wissenstransfer, organisiert. Die operative Umsetzung erfolgte durch die aws.

Forschung, Innovationsschutz und Technologietransfer eng verknüpft

Die Zielsetzung des Innovationsschutz in Österreich und damit auch des NCP-IP ist klar. Barbara Weitgruber, Sektionschefin des BMBWF betonte: „Unser Ziel ist es, neues Wissen und Technologien maximal zu verwerten, gut funktionierende Wertschöpfungsketten sicherzustellen und die Zahl der wirtschaftlich erfolgreichen akademischen Spin-offs bis 2030 zu verdoppeln. Wir sind dabei auf einem guten Weg. So tragen speziell die Leistungsvereinbarungen des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung mit Forschungseinrichtungen und Universitäten dazu bei, durch konsequente Umsetzung von IP- und Verwertungsstrategien und die gezielte Steigerung von Spin-offs die Wirksamkeit von Forschungsergebnissen weiter zu erhöhen. Gleichzeitig muss das Potenzial von Frauen noch besser genutzt und sichtbar gemacht werden, denn hochqualifizierte Frauen sind im Innovationsprozess unverzichtbar.“

Für den stellvertretenden Sektionschef Stefan Buchinger, BMDW, ist zudem die Erhöhung der Anzahl von Gründerinnen ein ganz entscheidendes Ziel. „Geistige Schutzrechte bilden die Basis für gelungenen und effizienten Wissens- und Technologietransfer und gleichzeitig mehr Unternehmensgründungen. Im BMDW wurden dabei bereits einige förderungsrelevante Maßnahmen getroffen, unter anderem eine begleitende IP-Beratung für die Gründungsprogramme Preseed und Seedfinancing, aws First Inkubator und das Internationalisierungsprogramm GIN. Seit 2022 erhalten Förderwerbende der aws Preseed- und Seedförderung auch eine höhere Förderung, wenn dem Gründungsteam zumindest eine Frau mit mehr als 25 % Geschäftsanteilen angehört.“

„Der NCP-IP spielt eine ganz wichtige Rolle bei der weiteren Verbreitung von Wissen und Technologie in Österreich. Der Wirtschafts-, Innovations-, und Technologiestandort Österreich ist geprägt von Unternehmerinnen, Gründerinnen, Managerinnen und Forscherinnen und daher freut es mich sehr, heute hier so viele Frauen in so vielen spannenden Berufsfeldern sichtbar zu machen“, zeigte sich Henriette Spyra, Sektionschefin des BMK erfreut.

Geistige Eigentumsrechte und deren Schutz sind für Frauen immer noch wenig attraktiv, obwohl sie heutzutage oft die Voraussetzung für eine erfolgreiche Firmengründung sind. Dabei zahlen sich Schutzrechte aus, vor allem wenn man sich die positive Bilanz dieser innovativen Unternehmen betrachtet. „Der Umsatz von Unternehmen mit klaren Schutzrechts- und Verwertungsstrategien ist um 32 % höher, sie zahlen um 20 % höhere Löhne und beschäftigen sechsmal so viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der World IP Day konnte diese Bedeutung noch klarer in den Fokus rücken und die Chancen der Schutzrechtsverwertung aufzeigen. Als aws begleiten wir Unternehmen von der ersten Idee bis zum internationalen Markterfolg nicht nur mit finanzieller Förderung, sondern auch bei der Entwicklung tragfähiger IP-Strategien. Das ist für viele Unternehmungen ein entscheidender Erfolgsfaktor“, sagt aws Geschäftsführerin Edeltraud Stiftinger.

Hybrid-Event ermöglicht lebhaften Austausch

„Wir haben ein Gender-Problem beim Patentieren. Patente setzen die bekannte „Leaky Pipeline“ von Frauen in der Forschung einfach fort: Es gibt mehr Maturantinnen als Maturanten aber nur wenige Mädchen gehen in die HTL. Knapp 40 % aller Forschenden an der Uni sind Frauen, aber in den Unternehmen, wo die meisten Patente angemeldet werden, sind es nur noch 16 %. Und am Ende sind nur 7 % aller Patentanmeldungen beim Österreichischen Patentamt weiblich.“ – sagt Mariana Karepova, Präsidentin des Österreichischen Patentamtes: „Realistische Vorbilder, bessere Arbeitsbedingungen für Frauen und für Männer in der Forschung, echtes Mentoring und Unterstützung von Frauen mit Männern als Verbündete – das sind einige Puzzlesteine für eine Lösung“

Im Rahmen des World IP Days wurde nicht zuletzt ein großes Augenmerk auf die Netzwerke der Branche gelegt, die es ermöglichen sollen, auch Frauen künftig besser untereinander zu vernetzen. In einer weiteren Gesprächsrunde wurde zudem den wirtschaftlichen Aspekten von Frauen in IP gewidmet. Zentral war dabei die Frage, wie kann Frauen mehr Mut gemacht werden, mehr in den Schutz von Eigentumsrechten zu investieren und mehr Unternehmen zu gründen.

Launch neuer NCP-IP Webseite und Frauen in IP vor dem Vorhang

Am 25.4. ging auch die brandneue NCP-IP Website an den Start. Aus 3 mach 1! Um die verschiedenen Angebote der Nationalen Kontaktstelle für Geistiges Eigentum im offenen Wissenstransfer (NCP-IP) so übersichtlich wie möglich zu präsentieren wurden die Informationen und Services der drei Seiten IPAG, Fair Open Innovation und NCP-IP unter der Adresse www.ncp-ip.at zusammengefasst. Ob die umfangreichen Vertragsmuster des IPAG, Open Innovation Toolbox oder weitere Events und Informationen über IP im offenen Wissenstransfer, hier findet man alles gut übersichtlich auf einer Seite.

Um auch die Frauen der Szene vor den Vorhang zu holen und besser zu vernetzen, wurde auf der NCP-IP Website dafür auch eine eigene Rubrik geschaffen. 55 Frauen präsentieren sich und ihre persönlichen Gedanken zu den Themen IPR. Der NCP-IP startet dieses Jahr auch ein eigenes Frauen-Netzwerk. Die Kick-Off dieses Frauen-Netzwerkes findet am 21.6.2022 in der Forschungsförderungsgesellschaft statt.

https://www.ncp-ip.at/services/frauen-in-ip

Über den NCP-IP (www.ncp-ip.at)

Funktionierende IP-Strategien tragen entscheidend zu einer Wissens- und Technologiezirkulation zwischen Hochschulen, öffentlichen Forschungseinrichtungen und Unternehmen und somit zur rascheren Übersetzung von Forschungsergebnissen in die Wirtschaft bei. Entscheidend dafür ist der regelmäßige Austausch, der von der Nationalen Kontaktstelle für Geistiges Eigentum im offenen Wissenstransfer (NCP-IP) unter anderem mit Veranstaltungen sichergestellt wird.

Mit dem Ziel den Wissenstransfer auf nationaler Ebene zu unterstützen und zu professionalisieren, hat die österreichische Bundesregierung 2010 den NCP-IP eingerichtet. Die Nationale Kontaktstelle wird im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF), dem Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) und dem Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Technologie und Innovation (BMK) betrieben. Die operative Umsetzung erfolgt durch die aws und FFG.

Weitere Informationen: www.ncp-ip.at

Über Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws)

Die Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws) ist die Förderbank des Bundes. Durch die Vergabe von zinsgünstigen Krediten, Garantien, Zuschüssen sowie Eigenkapital unterstützt sie Unternehmen von der ersten Idee bis hin zum Markterfolg bei der Umsetzung ihrer innovativen Projekte. Die aws berät und unterstützt auch in Bezug auf den Schutz und die Verwertung von geistigem Eigentum. Ergänzend werden spezifische Informations-, Beratungs-, Service- und Dienstleistungen für angehende, bestehende und expandierende Unternehmen angeboten.

Rückfragen & Kontakt:

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