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Knowledge Valorisation

Was wird unter Valorisierung von Wissen verstanden?

Während beim klassischen Technologietransfer lange Zeit die Übertragung von Forschungsergebnissen in die Praxis im Fokus stand, rückt heute zunehmend das Konzept der „Knowledge Valorisation“ in den Mittelpunkt. Ziel ist es, aus Wissen einen möglichst hohen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Nutzen zu schaffen. Dabei geht es nicht nur um die Verwertung von Forschungsergebnissen, sondern auch um den Austausch von Wissen mit unterschiedlichen Akteur:innen und aus verschiedenen Bereichen der Gesellschaft.

Der Begriff „Knowledge Valorisation", im Deutschen auch als „Wissensvalorisierung“ bezeichnet, beschreibt den Prozess, sozialen und wirtschaftlichen Wert aus Wissen zu schaffen. Dafür werden verschiedene Bereiche und Sektoren miteinander verknüpft und Daten, Know-how sowie Forschungsergebnisse in nachhaltige Produkte, Dienstleistungen, Lösungen und wissensbasierte politische Maßnahmen überführt.

 

Der Begriff hat sich in den letzten Jahren im Rahmen der Forschungs- und Innovationspolitik der Europäischen Union etabliert, um die Umsetzung von Forschungsergebnissen in konkrete Vorteile für Wirtschaft und Gesellschaft zu fördern. Im Gegensatz zum traditionellen Wissenstransfer, der sich oft auf Technologie und Kommerzialisierung konzentriert, umfasst die Wissensvalorisierung einen breiteren Ansatz, der auch soziale und ökologische Aspekte berücksichtigt.

Die Europäische Union hat zum besseren Umgang mit den neuen Konzepten der Wissensvalorisierung 2022 Leitprinzipien veröffentlicht. 

Leitprinzipien der europäischen Kommission zu Knowledge Valorisation

 

Die Europäische Kommission hat vier Codes of Practice für die Wissensvalorisierung entwickelt, um die Umsetzung der Leitprinzipien zu unterstützen. Diese Codes sind:

  1. Code of Practice on the Management of Intellectual Assets: Dieser Code bietet Richtlinien zur effektiven Verwaltung von intellektuellen Vermögenswerten, um den sozioökonomischen Nutzen zu maximieren.
  2. Code of Practice on Standardisation: Dieser Code betont die Bedeutung von Standardisierung als Kanal zur Verwertung von Wissen und fördert die Beteiligung von Forschenden an Standardisierungsprozessen.
  3. Code of Practice on Industry-Academia Co-creation: Dieser Code fördert die Zusammenarbeit zwischen Industrie und Wissenschaft, um gemeinsam innovative Lösungen zu entwickeln.
  4. Code of Practice on Citizen Engagement: Dieser Code legt den Fokus auf die Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern sowie der Zivilgesellschaft in die Entwicklung und Umsetzung innovativer Lösungen.

Diese Codes sollen die Implementierung der Leitprinzipien für die Wissensvalorisierung auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene unterstützen.